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An Liebe dachte die Frau jedesmal, wenn sie ein Kind in sich trug. Zwölfmal war Alina E. Look schwanger von ihrem Mann. Zwölfmal erlebte sie die glückliche Qual der Geburt.
Zwölf Kinder schenkte sie ihrem Mann Hannes. Bis sie eines Tages herausfand: Er ist schwul, betrügt sie mit Männern. Die zwölf Kinder zeugte er nur, um seine Frau zu „beschäftigen“, von seinen homosexuellen Neigungen abzulenken.
Keine Liebe. Die Österreicherin Alina Look beschreibt in ihrem Buch „... und keine Zeit zum Beten“* den Moment, als sie erfuhr, daß ihr Mann sie mit Männern betrügt:
„Etwas später erreichte mich der Anruf einer Freundin. Sie erzählte mir, daß sie Hannes mit einer anderen Person gesehen hätte, wie sie sich eng umarmt küßten. Bei der Person habe es sich um einen Mann gehandelt. Ich mußte mich erst einmal setzen. Ich begriff alles und gar nichts. Ich weinte um das, was Hannes und ich nicht mehr gemeinsam hatten.“
Mit der gescheiterten Ehe beginnt die Tragödie ihres Lebens.
Die Scheidung von ihrem schwulen Mann ruiniert Alina Look finanziell, die Familie zerbricht, ihr Mann fängt an, die Kinder zu schlagen: „Ich mußte die Kinder immer häufiger vor Hannes’ Aggressivität schützen. Er flüchtete sich in den Alkohol, wurde gewalttätig. Die Kinder hatten sich immer mehr von Hannes zurückgezogen. Sie hatten Angst vor ihm.“
In den schweren Zeiten erfährt sie auch noch, daß ihr eigener Vater ihre Kinder mißbraucht hat. Er muß vor Gericht. Die Männer in Alinas Leben, die einst ihre Säulen waren, geben ihr keinen Halt mehr.
Das Gericht spricht ihr zwar die Kinder zu, aber ihr Mann zahlt keinen Cent Unterhalt. Alina Look weint sich durch lange Nächte.
„Sollte er sich doch zum Teufel scheren. Oder zu seinem Freund! Was war er denn schon? Doch nur ein armseliger Hampelmann!“
Um ihre Kinder zu ernähren, fällt sie eine schwere Entscheidung. Sie heuert bei einer Begleitagentur an. Sie wird Hure, um ihre Kinder zu ernähren.
Monatelang zwingt sie sich zu der Arbeit, die sie anekelt: „Natürlich hatte ich vorher schon oftmals den Gedanken gehabt, dieses Leben nicht mehr leben zu können. Aber dieses Mal war der Gedanke so klar. Ich will nicht mehr. In diesem Moment lenkte ich auf die Leitplanke zu. Es krachte, der Wagen kam ins Schleudern ...“
Alina überlebt ihren Selbstmordversuch. Sie kündigt bei der Begleitagentur. Sie entschließt sich, ein neues Leben zu beginnen.
Die letzten Sätze ihrer Lebensbeichte sind ein Versprechen an ihre eigene Zukunft: „Ich spüre die Kraft. Ich spüre das Leben. Ich bin wieder Alina!“
*„... und keine Zeit zum Beten“ von Alina E. Look, Verlag Heimat-Dichtung, ISBN 3-937823-27-1, 19.90 Euro
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